Als Christopher-Felix Hahns Großmutter ins Altersheim zieht, hinterlässt sie ihm eine Vase – angeblich ein Fundstück aus dem Wald, verloren von Flüchtlingen 1945. Doch Nachfragen enthüllen eine andere Geschichte: Die Vase stammt aus dem Haus des jüdischen Nachbarn Curt Courant, einem der bekanntesten Kameramänner der Weimarer Republik, der vor den Nationalsozialisten ins Exil fliehen musste.
Die Performance geht den Spuren dieses Objekts nach und verbindet die eigene Familiengeschichte mit der Biografie Courants. Von Brandenburg über Berlin bis nach Hollywood folgt die Inszenierung dem Weg der Vase und stellt Fragen nach Restitution, Verantwortung und dem Umgang mit einem „vergifteten" Erbe.
Konzept, Künstlerische Leitung, Performance: Christopher-Felix Hahn; Dramaturgie: Alexander Kirchner; Video: Adrian Terzić; Sound: Daria Redkina; Keramikproduktion: Liesa Fritzsche; Bühne: Thilo Ullrich; Technische Leitung: Bart Huybrechts
Vielen Dank an: Pancho Kohner und Heide Rezepa-Zabel
Die Premiere fand am 04.09.2025 in der Vierten Welt statt. Die Wiederaufnahme im Exilmuseum wird im Rahmen der Ausstellung VON HIER AUS gezeigt.
Die Produktion wurde gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sowie der Ursula Lachnit-Fixson Stiftung. Die Wiederaufnahme wird durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt im Rahmen des Programms Wiederaufnahmeförderung gefördert.
Christopher-Felix Hahn ist freischaffender Theatermacher, Kunstvermittler und Performer. Er studierte Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin sowie Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit dem Gewinn des Jurypreises beim 100° Festival Berlin 2011 arbeitet er in wechselnden Konstellationen mit Künstler:innen wie Tino Sehgal, Nico and the Navigators und Showcase Beat Le Mot zusammen. In seiner eignen Arbeit beschäftigt er sich mit Formen von Erinnerungskultur.